Stellen Sie sich eine Landwirtschaft vor, die nicht nur nahrhafte Lebensmittel liefert, sondern auch aktiv dem Klimawandel entgegenwirkt, die Biodiversität fördert und unsere Landschaften widerstandsfähiger macht. Klingt wie eine Vision aus der Zukunft? Die Brünner Erklärung für Agroforstwirtschaft vom 31. Mai 2024 zeigt uns, dass diese Zukunft näher ist, als wir denken, und wie genussvoll sie sein kann!
Diese wegweisende Erklärung rückt die Agroforstwirtschaft in den Fokus – ein System, das Bäume und Sträucher bewusst in Acker- und Weideland integriert. Die Vorteile sind vielfältig und umfassen nicht nur die betriebliche Ökonomie und die Vitalität ländlicher Räume, sondern wirken sich direkt auf sechs entscheidende Indikatoren für nachhaltige Entwicklung aus: vom Klimaschutz über nachhaltige Wasserressourcen bis hin zur Boden-, Wasser- und Luftqualität, der Biodiversität und der Kreislaufwirtschaft. Es ist ein harmonisches Zusammenspiel von Natur und Landwirtschaft, das unsere Lebensmittelproduktion nicht nur nachhaltiger, sondern auch reicher und schmackhafter macht.
Ein grünes Schild für unser Klima
Der Kampf gegen den Klimawandel beginnt auch auf unseren Feldern. Die Europäische Agroforst-Föderation (EURAF) hat berechnet, dass der europäische Landsektor bis 2040 klimaneutral werden könnte. Die entscheidende Bedingung? Ein massives Baumpflanzprogramm außerhalb der Wälder. Wir sprechen hier nicht von riesigen Monokulturen, sondern von intelligenten Pflanzungen in Bereichen, wo Bäume den größten Nutzen für die lokale Umwelt und die Kohlenstoffbindung bringen, ohne die landwirtschaftliche Produktion zu beeinträchtigen. Um die europäischen Acker- und Weideländer auf ein agroforstlich übliches Minimum von 10% Baumbestand zu bringen, müssten zusätzliche 11,2 Millionen Hektar bepflanzt werden – das ist eine Fläche von der Größe Bulgariens! Eine gigantische, aber machbare Aufgabe, die unsere Landschaften transformieren und unsere Klimaziele greifbar machen würde.
Resilienz vom Feld: Schutz vor Extremen
In Zeiten zunehmender Dürren und Überschwemmungen ist die Anpassung an den Klimawandel ebenso wichtig wie sein Schutz. Agroforstwirtschaft ist hier ein wahrer Segen. Bäume auf dem Feld wirken wie natürliche Puffer: Sie reduzieren Bodenerosion, erhöhen die Fruchtbarkeit durch ihre Wurzeln und Blattabfall, verbessern die Wasserspeicherkapazität und bieten Schatten für Pflanzen und Tiere, was die Widerstandsfähigkeit gegen Dürre erhöht. Trotz der umfangreichen wissenschaftlichen Beweise für diese Vorteile haben bisher nur elf EU-Mitgliedstaaten Agroforstwirtschaft in ihren Anpassungsstrategien verankert. Die Brünner Erklärung lobt die vorbildlichen Pläne Tschechiens, Frankreichs, Italiens und der Slowakei und ruft andere Länder auf, diesem Beispiel zu folgen, um unsere Landschaften vielfältiger und widerstandsfähiger zu gestalten.
Die Vision einer agroforstlich geprägten Landwirtschaft ist eine Vision von Fülle und Genuss. Sie verspricht nicht nur gesündere Böden und eine stabilere Umwelt, sondern auch eine Vielfalt an Produkten, die aus einem im Einklang mit der Natur arbeitenden System stammen. Für uns Konsumenten bedeutet dies die Gewissheit, dass die Lebensmittel auf unserem Teller nicht nur gut schmecken, sondern auch gut für den Planeten sind. Ein wahrer Genuss, der wirkt!




